Metamorphose – die Entstehung eines Teams

21 10 2008

 

Das Wort „Metamorphose“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet Umgestaltung, Verwandlung bzw. Umwandlung. Ein klassisches Metamorphose-Beispiel ist die Umwandlung einer Raupe über die Puppe zum Schmetterling. Anhand dieses Beispieles kann das Kick-Off Seminars 2008 der HFW-Klasse A sehr gut versinnbildlicht werden.

 

 

Während den vergangenen zwei Tagen des Kick-Off Seminars 2008, welches aus meiner Sicht auch zugleich der offizielle Start in unser drei Jahre dauerndes Studium war, durchlebten wir auf eine spielerische und sehr interessante Art die verschiedenen Phasen einer Schmetterlings-Entstehung.

 

 

Erkenntnisse

 

Als wir das Seminar mit einer Zeichnungsrunde begannen, malte praktisch jeder Teilnehmer ein in sich geschlossenes Bild auf das grosse Blatt, welches denjenigen in irgendeiner Form charakterisierte. Diese Phase der Teambildung, in welcher die einzelnen Teilnehmer alle noch sehr zurückhaltend waren, nennt man Forming-Phase. Im Verlauf des Seminars wiederholten wir solche Zeichnungsrunden nach den unterschiedlichen Aufgabenblöcken immer wieder, wobei sich mehr und  mehr eine Gruppenzugehörigkeit entwickelte. Nun war auf den Blättern nicht mehr eine Anhäufung von vielen unterschiedlichen Zeichnungen, sondern ein Gemeinschaftswerk zu erkennen. Diese Norming-Phase fand ich persönlich sehr interessant. Obwohl ich mich mit meinen Zeichnungsbeiträgen oftmals auf die provozierende Seite stellte, war dieser Prozess, welchen wir hier auch liebevoll als ICH-DU-WIR-Prozess bezeichnen könnten, von Bild zu Bild verfolgbar.

Entgegen meinen Erwartungen zeichnete sich dieser Verlauf des Kennenlern-Prozesses in den jeweiligen Aufgabenblöcken jedoch nicht wie eben erwähnt ab. Unsere Ideen, Einbringungen und Lösungen deckten sich praktisch von Anfang an. Es gelang uns oft relativ schnell zu einem Lösungsvorschlag zu gelangen, welchen wir dann ausschmückten, so dass sich jeder mit dem Endergebnis identifizieren konnte. Somit umgingen wir die befürchtete Storming-Phase ohne grössere Auseinandersetzungen. Ich persönlich hätte mir gewünscht, wir hätten eine erste Storming-Phase durchlebt. Diese sicher unangenehmste Phase des Team-Bildungsgrozesses habe ich durch meine provokativen Aussagen und Zeichnungen mehrmals bewusst versucht hervorzurufen – aus meiner Sicht leider vergeblich. Ich bin überzeugt, dass uns diese Konflikt-Phase früher oder später einholen wird und hoffe, dass wir dann nicht einen all zu grossen Rückschlag erleiden, sondern die dadurch entstandenen Probleme konstruktiv lösen werden.

Im Verlaufe der beiden Seminar-Tage kristallisierte sich immer mehr heraus, dass es auch in unserer Klasse sogenannte Alpha-Tiere gibt. Ich bin überzeugt, dass diese in einem gewissen Masse von Nöten sind, im Übermass sich aber als störend ereisen können. Deshalb habe ich versucht, stets aufmerksam, sachlich und direkt an die gestellten Aufgaben heran zu gehen und meinen Teil zur Gesamtlösung beizutragen, bin mir aber bewusst, dass dies nicht immer funktioniert hat.

 

 

Leitsatz, Normen und Werte

 

Hinter dem im Team erarbeiteten Leitsatz „ICH-DU-WIR“ und den damit verbundenen Normen und Werten für unsere gemeinsame Studienzeit kann ich zu 100% stehen. Dieser Leitsatz schafft es, mit drei prägnanten Worten zu umschreiben, was wir am Kick-Off Seminar durchlebt haben, was uns die kommenden drei Jahre erwartet und was von uns – und damit meine ich jeden Einzelnen aus unserer Klasse – erwartet wird. Die Wort-Reihenfolge haben wir bewusst so gewählt, um den Team-Bildungsprozess und das daraus entstandene Team auf diese Art zum Ausdruck zu bringen. Trotzdem soll niemand vergessen, dass er dieses Studium nicht fürs Team, sondern nur für sich und seine Zukunft macht. Jeder ist für den positiven Verlauf seines Studiums selber verantwortlich. Nichts desto trotz wird und soll das Team in dieser Konstellation die Rolle der stärkenden Hand übernehmen. Da die mit dem Leitsatz verbunden Normen und Werte wie Hilfsbereitschaft, Respekt und aktives Mitmachen im Unterricht die grundlegenden Eckpfeiler zum Zusammenhalt unseres Teams sind, bin ich der Überzeugung, dass wir mit derer Einhaltung fast unmögliche Ziele erreichen werden.

 

 

Persönlicher Beitrag

 

Da es mir sehr schwer viel, meine persönlichen Beiträge zu einem konstruktiven und wohlwollenden Lernumfeld in drei Konkrete Massnahmen zu verpacken, machte ich für mich ein MindMap, welches mich zu den folgenden drei Massnahmen bewogen hat, welche ich ergreifen will:

 

 

-          Aktives Mitmachen im Unterricht

-          So wenig wie möglich im Unterricht und in den Lerngruppen fehlen

-          Organisation und Durchführung von gemeinsamen Aktivitäten

 

 

Ich bin mir bewusst, dass dies keine spektakulären Massnahmen sind, bin aber trotzdem der Meinung, dass sie sehr effektiv sind. Insgeheim erhoffe ich mir, bei meinen Mitschülern unbewusst die genau gleichen Massnahmen wachrütteln zu können. So würden wir als Einheit einheitliche Ziele verfolgen…

 

 

 

Wir starteten das Seminar als Ansammlung von Menschen (Raupe) und beendeten es schlussendlich als Team (junger Schmetterling). Ich bin überzeugt, dass wir als Klasse zu einem reifen Schmetterling heranwachsen werden, welcher ebenfalls neue Raupen entstehen lässt. Wenn wir das schaffen, haben wir die oberste und erstrebenswerte Stufe des Team-Bildungsprozesses, die Performing-Phase, erreicht.


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